Tagung "Zukunft Prävention"

Prävention – Neues Gesetz und alles gut?

Berlin, 26.11.2014

Seit kurzem liegt der lang erwartete Referentenentwurf eines Präventionsgesetzes vor. Ein wichtiger Schwerpunkt in diesem Entwurf bezieht sich auf eine Stärkung der Prävention in den Lebenswelten, also in Schule, Kita und Betrieb. Diese Fokussierung ist zu begrüßen, da Prävention und Gesundheitsförderung nur dann erfolgreich sein können, wenn sie zum selbstverständlichen Bestandteil des Alltags werden.

Allerdings fehlt das Bewusstsein, dass wichtige Einflussfaktoren auf die Gesundheit der Bevölkerung außerhalb des gesundheitlichen Versorgungssystems liegen, wie etwa in der Sozial-, Umwelt- und Bildungspolitik. Diese Verknüpfung bleibt der Gesetzentwurf schuldig. Darüber hinaus kann es nicht angehen, ausschließlich die Krankenkassen zu verpflichten, Prävention und Gesundheitsförderung zu finanzieren. Hier muss der Gesetzgeber nachbessern und zum Beispiel die Private Krankenversicherung einbeziehen. Diese Themen wurden heute auf dem Kongress „Zukunft Prävention 2014“ diskutiert, zu dem sich rund 300 Experten aus Politik und Gesundheitswesen in Berlin getroffen hatten. Die Tagung wurde gemeinsam von der BARMER GEK, dem Dachverband Anthroposophische Medizin in Deutschland (DAMiD) und dem Kneipp-Bund durchgeführt.

Trotz aller Fortschritte sei Prävention in der Gesundheitspolitik unzureichend verankert, betonte die Präsidentin des Kneipp-Bundes, Marion Caspers-Merk. „Das Präventionsgesetz ist ein notwendiger Schritt, reicht aber alleine nicht aus. Die Kernstrategie zur Gesundheitsförderung muss der Setting-Ansatz werden! Wir brauchen mehr Gesundheitsförderung in KITAS, Schulen, Heimen und vor allem in Betrieben“. Hier braucht der Gesetzentwurf mehr Klarheit und die Prävention mehr Mittel.

Prävention müsse zur vierten Säule der Gesundheitspolitik werden. Für den Dachverband Anthroposophische Medizin in Deutschland steckt im Ausbau der Prävention zugleich die Chance für eine neu orientierte Medizin, so dessen Vorstandsmitglied Peter Zimmermann. „Dass wir stärker auf eine präventiv ausgerichtete Medizin setzen müssen, ist seit langem bekannt. Diese Akzentverschiebung sollte allerdings nicht als reine Addition zu unserer heutigen Reparatur-Medizin verstanden werden. Sie sollte auch Anlass geben, darüber nachzudenken, wie die kurative Medizin nachhaltiger werden kann. Soll ein präventiver Ansatz in den ‚Lebenswelten‘ fruchtbar werden, wird es entscheidend darauf ankommen, dass bei der Umsetzung des Präventionsge-setzes die Betroffenen zu Beteiligten werden.“

 

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