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Berlin - 14. Januar 2011: Pressemitteilung des Kneipp-Bund e.V.
„Wenn es Gesundheitsminister Rösler nicht gelingt, das Gesundheitswesen nachhaltig aufzustellen und in Prävention und Gesundheitsförderung zu investieren, werden wir die steigenden Kosten durch Volkskrankheiten und eine älter werdende Gesellschaft nicht schultern können“, so Kneipp-Bund Präsidentin Caspers-Merk.
Seit Jahren ist bekannt, dass das Auftreten von Volkskrankheiten wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch eine gesunde Lebensweise verhindert oder verzögert werden kann. Maßnahmen der Prävention und Gesundheitsförderung haben nachweislich einen positiven Einfluss auf das Gesundheitsverhalten. Laut Richtwert sollten im Jahr 2010 gerade einmal 2,86 Euro für jeden GKV-Versicherten ausgegeben werden. Insgesamt beliefen sich die Ausgaben der Gesetzlichen Krankenkassen für Prävention und Gesundheitsförderung zuletzt auf 311 Millionen Euro.
Zum Vergleich: Im Jahr 2020 wird allein der Anstieg von Volkskrankheiten Mehrkosten von 5 Milliarden Euro verursachen; ihre Behandlungskosten auf 18 Milliarden Euro ansteigen. Gerade die Kosten entstanden durch psychische Krankheitsbilder sind im Jahr 2010 deutlich angestiegen. Die meisten Krankheitstage entfallen auf seelische Krankheiten. Hier hat das Gesundheitsministerium bislang keine ernstzunehmenden Initiativen ergriffen. Aus diesem Anlass wird der Kneipp-Bund – gemeinsam mit Partnern – das Thema mit einer Fachveranstaltung im Herbst aufgreifen.
In ihrem neuesten Weltgesundheitsreport fordert die WHO alle Länder eindringlich auf, die Finanzierung ihrer Gesundheitssysteme zu stärken. Der Kneipp-Bund appelliert an das Bundesgesundheitsministerium, hieraus die richtigen Schlüsse zu ziehen. Die Lösung der Finanzierungsprobleme des Gesundheitssystems darf nicht sein, mehr und mehr Geld aus den Taschen der Versicherten zu ziehen.
„Wir haben mehr vom Geld, wenn wir es frühzeitig in Prävention und Gesundheitsförderung investieren. Die Vermeidung von Erkrankungen und damit auch von Kosten muss der erste Schritt sein und dient dem Wohle aller Beteiligten.“ Erst an zweiter Stelle steht die Behandlung von Krankheiten. Aber auch hier kann neben den modernsten Therapieformen einiges getan werden. Im Fokus müssen die Schulung und Beratung von Patientinnen und Patienten stehen; durch Compliance, Gesundheitsverhalten sowie den richtigen Umgang mit der Krankheit lassen sich nicht nur die Lebensqualität steigern, sondern auch Kosten sparen.
Kneipp-Bund Präsidentin Caspers-Merk hält abschließend fest: „Dieses Jahrzehnt entscheidet darüber, ob unser Gesundheitssystem langfristig Bestand hat. 2011 muss das Jahr des Umsteuerns werden.“